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Freispiel


Während dieser Zeit haben die Kinder die Möglichkeit ihrer Neugierde und ihren Bedürfnissen freien Lauf zu lassen. Das Freispiel nimmt den größten Teil des Vormittags ein, da jedes Kind nach eigenen Ideen und Interessen seinen Kindergartenvormittag mitgestalten darf. Im Freispiel können die Kinder die Heimatgruppe, die Aktionsräume, Spielbereiche im Gang und den Garten als Spielmöglichkeit nutzen.

Um die Organisation der „offenen Räume“ für alle Beteiligten transparenter zu gestalten, arbeiten wir mit einer magnetischen Anmelde- und Erkennungswand. Alle Aktionsräume außerhalb der Heimatgruppe sind mit einem typischen Fotomagneten gekennzeichnet. Diesem Bild sind so viele Würfelaugen zugeordnet, wie freie Plätze für die Kinder vorhanden sind. Nach der Entscheidung des Kindes für einen bestimmten Spielbereich, bringt es sein Foto neben den gewünschten Ort an.

So ist für alle (Kinder und Erzieherinnen) erkennbar,

  • welche Plätze frei sind,
  • wo Freunde zum Mitspielen zu treffen sind,
  • wo sich das einzelne Kind gerade aufhält.

Durch Beobachtungsbögen halten wir in den Heimatgruppen die Häufigkeit der einzelnen Raumwahl der Kinder fest.Besonders wichtig ist im Rahmen der „offenen Räume“ , dass man gemeinsam gültige und sinnvolle Regeln entwickelt. Aus diesen Regeln ergeben sich Zuverlässigkeiten und Grenzen, die ein harmonisches Miteinander ermöglichen.

Im Freispiel bestimmt das Kind

  • den Anfang, den Verlauf und das Ende des Spiels,
  • den Spielort
  • den oder die Spielpartner sowie
  • das Spielmaterial oder die Spielart.

Das Freispiel trägt einen bedeutsamen Teil für die physische, kognitive und emotionale Entwicklung des Kindes bei. Insbesondere die Anforderungen der Arbeitswelt (Teamarbeit, Verantwortungsbereitschaft, Kreativität, etc.), aber auch die zukünftige Situation der Gesellschaft (Individualisierung, Single-Gesellschaft) macht es erforderlich, dass die Kinder Eigenschaften und Fähigkeiten entwickeln.Hier werden Freundschaften geschlossen, zwischenmenschliche Verhaltensweisen wie Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Durchsetzungsvermögen erlernt, Konflikte gelöst und die Kreativität sowie Fantasie gefördert.

Die Kinder erlangen Verständnis für Ordnung und Regeln, die im Zusammenleben wichtig sind. Während des Freispiels ist die Erzieherin anwesend, um die Bedingungen für ein freies Spiel zu schaffen und die Kinder, wenn nötig behutsam zu lenken und zu unterstützen. Sie beobachtet die Kinder, Spielprozesse und die Gesamtgruppe, um den Entwicklungsstand und die Rolle des Kindes sowie sein Verhalten in der Spielgruppe zu erkennen. Diese Beobachtungen sind Grundlage für Entwicklungsgespräche mit den Eltern.

Sie führt mit den Kindern gemeinsam neue Spiele ein, hilft kontaktarmen Kindern sich in eine Spielgruppe zu integrieren, Spielgruppen zu formen und zusammen zu halten. Die Erzieherin regt zu neuen Spielideen an und greift wenn nötig bei Konflikten ein

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